NACHHALTIGKEIT UND ENTSORGUNG

KLIMA-VERANTWORTUNG IN EIGENINITIATIVE

Wer am Neujahrsmorgen einen Spaziergang macht, kann auf der Straße häufig die Feuerwerksreste der Silvesternacht wiederfinden. Da es ratsam ist, abgebranntes Feuerwerk erst einmal mehrere Stunden abkühlen zu lassen, entsorgen viele ihre abgebrannten Feuerwerksartikel erst am nächsten Tag in der Mülltonne. Und so ist nur logisch, dass manche Straße am Tag danach noch mit den Papphülsen

der Batterien und Böller verziert sind. Wie bei allen anderen Großveranstaltungen, verhalten sich viele Menschen nicht ideal, wenn es um das entsorgen der eigenen Abfälle geht. Genauso wie bei Straßenumzügen, großen Sportveranstaltungen oder Festivals kommt es zu einem kurzfristigen hohen Müllaufkommen bevor dieses wieder weggeräumt wird.

WAS KOMMT WOHIN?

Abgebrannte Feuerwerkskörper, wie Böller und Feuerwerksbatterien gehören in die graue Restmülltonne, da sich an diesen noch chemische Rückstände, etwa Schwarzpulver, befinden können. Genauso in den Restmüll gehören die Raketenleitstäbe aus unbehandeltem Naturholz.

Über 95% unserer Ware besteht aus recyceltem Altpapier, zwar gehören die Feuerwerkskörper in den Restmüll, die Verkaufsverpackungen aus Kartonage kann aber in die Papiertonne und somit wieder

recycelt werden. Bei den Raketen können die Raketenspitzen zusammen mit dem PVC-Beutel und den orangenen Zündschnurabdeckungen in die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack und wird so im geschlossenen Kreislauf gehalten und sorgt aktiv für neue Rohstoffe. Das spart Ressourcen und damit die Umwelt.1 Bei fast allen unseren Batterien konnten wir die Bauweise so umstellen, dass wir auf einen Standfuß aus Plastik sowie auf ein PVC-Cover verzichten konnten, bei den letzten wenigen Artikeln bei denen diese noch genutzt werden verwenden wir ausnahmslos recyceltes Plastik.

Gut zu wissen:

Welche Chemikalien in Feuerwerksartikeln verwendet werden dürfen ist streng geregelt. Entgegen prominenter Behauptungen enthält Feuerwerk weder Blei noch Schwermetalle! Welche Chemikalien verboten sind werden klar in der DIN EN 15947-5 definiert. Außerdem werden keine besonders besorgniserre- genden Stoffe, kurz SVHCs (engl. Substance of Very High Concern) nach der REACH-Verordnung für deutsches Silvesterfeuerwerk verwendet.

Und was tun wir?

Wir haben bei unseren neuen Raketen die Plastikspitzen mit Pappspitzen ausgetauscht und bieten wir unsere Raketen in Pappschachteln und Pappbeuteln an. Die einst eingefärbten Raketenleitstäbe zum Beispiel wurden durch unbehandeltes Naturholz ersetzt. Beispiele hierfür: ARROWS, BANG&SCREAM und DELTA RAKETEN. Bei unseren Batterien verwenden wir statt PVC-Cover, fast ausschließlich Pappschachteln aus Altpapier.

WIR SUCHEN STÄNDIG...

nach Materialien und Produktionsarten um unsere Feuerwerksartikel weiter zu optimieren und dem gestiegenen Umweltbewusstsein unserer Kunden gerecht zu werden. Dabei ist die Sinnhaftigkeit solcher Optimierungen entscheidend. Bioplastik ist hier eine Entwicklung, die wir genau beobachten und bei der wir überlegen, wie diese für unsere Produkte möglicherweise hilfreich sein kann. Derzeit haben wir hier noch bedenken.

Die Polymere zersetzen sich nur sehr langsam und sind nur über Jahre hinweggesehen „kompostierbar“. Viel Recyclinghöfe verbieten diese Biokunststoffe in der braunen Tonne zu entsorgen.2 Ein Einsatz von Biokunststoffen macht aber natürlich Sinn für alle Plastik Teile, die man nach dem Abschuss nicht entsorgen kann. Diese Teile könnte man allerdings auch durch Pappe ersetzen. Zudem nutzen mehrere Plastik BIO Substitute eine wesentlich höhere Energie, die Verrottungs-Problematik reduziert aber zu höheren CO2 Emissionen führt. Kompostierbare Kunststoffe können derzeit nicht recycelt werden und werden aussortiert und verbrannt.

WIEDERVERWERTBARKEIT

WENIGER PLASTIK IM FEUERWERK – ALTERNATIVE MATERIALIEN

Seit Jahren arbeiten unsere Mitglieder daran, den Anteil an Kunststoffen und Plastik sowohl im Bereich der Konstruktions- als auch der Verpackungsmaterialien zu reduzieren oder gänzlich auf sie zu verzichten. So existieren bereits heute Feuerwerksprodukte, deren Materialien zu 100 Prozent wiederver- wertbar sind. Wie zum Beispiel bei der sogenannten Pyromould Batterie. Sie besteht rein aus Pflanzenfasern und natürlicher Stärke. Zudem generiert die Branche nahezu die Hälfte ihres Umsatzes mit Batterie- und Verbundartikeln, bei denen die Batteriekörper vollständig aus Altpapier bestehen. Generell gilt: Mindestens 90 Prozent jedes Feuerwerkskörpers bestehen aus Altpapier oder Holz. Noch

vorhandene Kunststoffteile sind aufgrund rechtlicher und zulassungsrelevanter Vorgaben notwendig. Gebunden sind die Entwickler jedoch durch rechtliche Hürden – insbesondere durch zulassungsrele- vante Sicherheitsaspekte. So müssen beispielsweise Kunststoffkappen für Zündschnüre auf Raketen angebracht sein, um die Sicherheit der Menschen zu garantieren. Auch der Umwelt zu Liebe sollten die Plastikbestandteile nach dem Böllern von jedem eigenständig entsorgt werden. Seit jeher ist es unsere Position, die Menschen dafür zu sensibilisieren, nach dem Abbrennen des Feuerwerks selbst den Restmüll zu beseitigen.

Die Entwicklungsteams der VPI-Mitglieder arbeiten kontinuierlich weiter an Alternativen. Ziel des Verbandes der pyrotechnischen Industrie ist es, den Anteil an Plastik und Kunststoffen weiter zu reduzieren und stattdessen eine vollständige Kompostierung des Feuerwerkskörpers zu ermöglichen. Dabei müssen die Materialien aber andersherum auch eine gewisse Lebensdauer aufweisen, um gewährleisten zu können, dass die Sicherheit der Feuerwerkskörper durch äußere Einflüsse (z. B. Feuchtigkeit) nicht in

Mitleidenschaft gezogen wird. 2019 wird das letzte Jahr sein, in dem die Mitglieder des VPI Pfeifenbatterien mit Kunststoffhülsen importieren. Die im VPI organisierten Firmen werden ab 2020 auf den Import der plastiklastigen Pfeifen- batterien verzichten, um die Umwelt zu schonen. Seit 2017 vertreibt unsere Branche zudem anstelle von Bleigießen nur noch die umweltfreundlicheren Wachs- oder Zinn-Varianten.